Blick unter die Bettdecke

Menschen lieben Geheimnisse. Ältere ebenso wie jüngere, und manche können sie prima hüten und dabei schweigen wie ein Grab. Manch andere sind da nicht so konsequent, die Plaudertaschen unter uns. Unser Kolumnist Freddy Schissler ist so eine. Was andere als persönliches Geheimnis hüten, gibt er an dieser Stelle preis.

 

Dieses Mal geht es – wenn man so will – unter die Bettdecke. Keine Angst, das wird keine Kolumne, die gegen Jugendschutzbedingungen verstößt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Wärmeflasche. Ich weiß nicht, was mit zunehmendem Alter noch alles abnimmt: die Quantität der Kopfhaare, die Glätte der Haut, die Geschmeidigkeit der Bewegungen, das Erinnerungsvermögen. Seit geraumer Zeit jedenfalls scheint bei mir auch die innere Wärme zu entschwinden. Und weil Man(n) meist eitler ist, als er öffentlich zugeben will (das bleibt oft sein Geheimnis), sucht er mit zunehmendem Alter vermehrt nach Hilfen – wie Haarwuchsmittel, Anti-Falten Creme, To-Do-Listen. Manche Männer greifen auch zur Wärmflasche.

Gewiss, die ist unter anderem zum Anwärmen des Bettes gedacht. Womit ich auch schon einen ersten Blick unter meine Bettdecke gewährt hätte. Aber die Wärmflasche ist eben nicht nur dazu da. Sie hilft bei Verspannungen im Nackenbereich, bei Druckschmerzen im Oberbauch, bei trister Großwetterlage. Sie hilft in vielen Lebenslagen.

Der Herbst hat begonnen. Während dieser Jahreszeit die Fernsehabende ohne Wärmflasche zu verbringen? Ich bin ehrlich: Für mich wirklich schwer vorstellbar und vergleichbar am ehesten mit Champions-League-Spielen vorm Bildschirm, bei denen Bier und Chips fehlen.

Und weil man selbst mit zunehmendem Alter modisch gesehen nicht stehenbleiben, sondern mit der Zeit gehen sollte, habe ich mich in entsprechenden Fachgeschäften und im Internet umgesehen. Herrlich, was ich da alles bestaunen durfte. In der engeren Auswahl befinden sich momentan ein Modell im Top-Design mit 3d-Wellenoberfläche und Kuschelbezug, dicht gefolgt vom hochwertigen Muff-Modell mit individuell verstellbarem Gurt und jener Wärmflaschenvariante, die mit den Begriffen punktet wie CE-konform, TÜV-sicherheitsgeprüft und schadstoffgeprüft. Oder das Modell Bär Benni von Otto (siehe Foto).  Oder das Modell „Eule“, eine Öko-Wärmflasche mit braunem Strickbezug und einer Füllmenge von 0,8 Litern. Würde mir zudem umwelttechnisch Pluspunkte einbringen.

Ich bin mir sicher, ich werde etwas Passendes finden. Ob Sie es auch erfahren? Ich glaube nicht, ich werde es für mich behalten. Selbst einer wie ich muss hin und wieder ein Geheimnis hüten.