Eine Wanderung zum letzten kleinen Gletscher in den Allgäuer Hochalpen. Er heißt Schwarze Milz. Experten sagen, dass er in den nächsten Jahren vollständig verschwindet. Von wegen, ewiges Eis.

Es ist einer der abwechslungsreichsten und alpinsten Hüttenzustiege in den Allgäuer Alpen: Wir sind unterwegs zum Waltenberger Haus in den Oberstdorfer Bergen. Von Einödsbach südlich von Oberstdorf geht es auf den Weg oberhalb des Bacherlochs, in dem sich bis weit in den Sommer hinein Lawinenschnee-Reste halten. Weiter oben wird eine steile Stelle mittels einer Leiter überwunden.

Nein, klettern muss man hier nicht können und schwer ist das auch nicht. Aber immerhin ist der Wanderer drei Stunden zum neu erbauten Waltenberger Haus auf 2084 Metern Höhe unterwegs. Dort begrüßt uns Hüttenwirt Markus Karlinger und freut sich über die zunehmende Zahl der Gäste seit der Eröffnung vor drei Jahren. Es ist ein architektonisch gelungener Holzbau mit großen Panoramafenstern, durch die man einen atemberaubenden Blick in den wildesten Teil der Allgäuer Hochalpen hat.
Nach einem Kaffee geht es weiter. Denn wir wollen zur Schwarzen Milz, wie der letzte verbliebene kleine Gletscher in den Allgäuer Alpen heißt. Und so steigen wir hinter der Hütte noch einige hundert Meter steil im Bockkar hinauf, das seinem Namen auch an diesem Spätsommertag alle Ehre macht: Mehrere Steinböcke liegen auf dem Boden und stützen ihr Gehörn so ab, dass sie den Kopf entlasten. Einige Jungtiere springen über die Felsen. Und das alles gar nicht weit entfernt vom viel begangenen Heilbronner Weg, den wir in der Bockscharte erreichen.

Einige ausgesetzte Stellen im Bockkar sind mit Stahlseilen gesichert. Gut vier Stunden sind wir nun unterwegs und schlagen den Weg nach Norden, Richtung Kemptner Hütte ein. Unterhalb grauer Felsen der Hochfrottspitze führt der Weg nun leicht bergab. Vor uns baut sich die Mädelegabel auf, ein 2645 Meter hoher Felskoloss. Ein markierter Weg führt vom Heilbronner Weg in 45 Minuten auf den Gipfel. Eine leichte Kletterei, die aber Schwindelfreiheit und etwas Übung voraussetzt.
(Die gesamte Reportage können Sie in der Print-Ausgabe Sommer 2019 lesen.)

Text: Michael Munkler