Wenn in Ofterschwang Weltcup-Zeit ist, herrscht eine besondere Atmosphäre. Dann geben sich die alpinen Ski-Stars in der Sonnenalp die Klinke in die Hand. Karl-Heinz und Michael Fäßler sind sich sicher: „Von diesem Event profitiert die gesamte Region.“

Text: Freddy Schissler

Drehen wir zu Beginn dieser Geschichte die Uhr ordentlich zurück. Karl-Heinz Fäßler, heute über 80, war ein kleiner Bub. Die Winter damals konnten schneereich sein, und vor dem kleinen Karl-Heinz lag, wenn er am Morgen zur Schule musste, der Weg nach oben über den Schweineberg und anschließend wieder hinunter nach Sigishofen. Eine Busverbindung gab es nicht, und wenn sich die Schneeberge in der Nacht besonders hoch aufgetürmt hatten, ging der Vater bis zum Schweineberg voraus, um dem Sohn den Weg zu bahnen. Oben angekommen, schnallte sich Karl-Heinz seine Ski an und fuhr damit bis vors Klassenzimmer.

So sei das damals gewesen, sagt Karl-Heinz Fäßler heute. Diese kleine Anekdote soll auch Erklärung dafür sein, weshalb ihm der alpine Skisport ans Herz gewachsen ist. Der frühere Chef des Fünfsterne-Superior-Hotels Sonnenalp war Mitglied in der ­Nationalmannschaft, stand kurz vor einer Olympia-Teilnahme und war einer jener Motoren, die 1999 erstmals einen Ski-Weltcup (Herren) nach Ofterschwang holten.

Längst macht die alpine Weltelite der Frauen regelmäßig in dem kleinen Oberallgäuer Ort Station. Karl-Heinz Fäßler darf sich zufrieden zurücklehnen, denn zusammen mit seinen Mitstreitern hat er es geschafft, dass das Allgäu nicht nur mit hochkarätigen Wettkämpfen im nordischen Bereich versorgt ist (Vierschanzentournee, Ski de Tour oder nordische Ski-WM, die 2021 wieder in Oberstdorf stattfindet), sondern auch mit alpinen Rennen.

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Zum Interviewtermin sind Karl-Heinz Fäßler und dessen Sohn Michael gekommen. Er ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten – als Chef der Sonnenalp, aber auch als OK-Präsident des Ski-Weltcups in Ofterschwang. Auch er erzählt diese Vater-Sohn-Geschichte, die mitverantwortlich dafür zeichnet, dass er die Liebe zum Skisport entdeckte. Wenn es die Arbeit auf der Sonnenalp zuließ, schnappte sich Vater Fäßler seinen Sohn Michael und nahm zusammen mit ihm die erste Bahn hinauf aufs Nebelhorn. Dort haben die beiden zunächst die grandiose Aussicht bewundert und die Luft der Freiheit geatmet, wie es Karl-Heinz Fäßler formuliert, um anschließend die Skifahrt talwärts im Pulverschnee zu genießen. Michael Fäßler erinnert sich noch gut an diese Familienzeiten oder die Einkehr ins Giebelhaus in Hinterstein. Sein erstes Radler (Bier mit Limonade) habe er dort trinken dürfen, sagt Michael, und zum Essen gab es eine ordentliche Portion Kaiserschmarrn. Ja ja, lange ist’s her…

(Die gesamte Reportage können Sie in der Print-Ausgabe lesen).

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