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Drei Rohre steh’n im Walde

Sie gleichen rostigen Orgelpfeifen, die ihr Dasein im Exil fristen. Tatsächlich erinnern die Klangrohre an ein Volk, das laut Legende aus Rachsucht einst den Wald vernichtet haben soll: das fahrende Volk. Seine Geschichte erzählt eine von fünf Stationen des Sagenwegs bei Obermaiselstein. Die Legende besagt, dass das fahrende Volk zunächst friedlich in der Obermaiselsteiner Umgebung lebte. Sein Schutz wehrte in der Region Unwetter ab. Häufig auf der Wanderung, verstanden diese Menschen sich meisterhaft auf den Umgang mit Feuer. Ein Element, das das fahrende Volk bald schon gegen die Obermaiselsteiner einsetzen sollte. Warum das Volk nach Rache sann, verrät Reporterin Isabelle Gassama nicht. Das Lodern des Feuers von damals ist heute in den Klangrohren zu hören.

Anfahrt: Anfahrt zum Sagenweg in Obermaiselstein über die B 19, Fischen, Obermaiselstein und Ried auf der OA 5 zum Wanderparkplatz „Hirschsprung“.

Fotos: Isabelle Gassama

Blubbernd bis bröcklig

Gibt es ihn noch, den Käse, der nicht mehr braucht als eine Handvoll Zutaten? Der frei ist von Chemie? Ganz gewiss, im Allgäu gibt es solch traditionell erzeugten Käse in den Sennereien noch. Aber nicht nur dort, denn in Thalkirchdorf kann man ihn in der Käseschule auch selbst herstellen. Wenn über den beiden Brennern das Gemisch aus Milch und Naturjoghurt zu blubbern beginnt, sollte das keinesfalls bedeuten, dass die Milch zu kochen beginnt. Mehr als 40 Grad heiß darf sie nämlich nicht werden. Was es bedeuten kann und darf: Jemand hat übermäßig schwungvoll darin gerührt. Schließlich ist beständiges Umrühren zunächst die Hauptaufgabe im Seminar. Und natürlich das Thermometer im Auge zu behalten. Zeit muss man für den Kurs übrigens mitbringen, denn es dauert etwa zweieinhalb Stunden, bis aus flüssiger Milch zähe Masse und aus kleinen Bröckchen Weichkäse wird. Ob es sich lohnt? Unsere Reporterin Isabelle Reinhardt verrät: Es macht schon stolz, den eigenen Käse im Kühlschrank stehen zu haben. Vor allem aber schmeckt er ganz anders als jener aus der Plastikverpackung im Supermarkt.

Dauer: 2,5 Stunden
Gruppengröße: mind. 16 Einzelpersonen, max. 24, ab 12 Personen eigener Termin
Anmeldung: info@kaeseschule.de

Fotos: Christian Mörken

Tickende Vergangenheit

Um Ruhe lässt es sich in diesem Museum schlecht bitten – schließlich sind es die Ausstellungsstücke selbst, die unablässig ticken, rattern, läuten und flöten. Die Rede ist vom Turmuhrenmuseum in Mindelheim. Etwa 50 Ausstellungsstücke zählt die erste und größte deutsche Sammlung. Warum die Turmuhren ihren angestammten Platz an und in Gebäuden räumen mussten? Die Ära der Mechanik war für die Turmuhren zu Ende gegangen und so hatten jahrhundertealte, meist handgeschmiedete Uhren moderner Technik zu weichen. Doch in der ehemaligen Silvesterkapelle und ihrem Turm haben sie ein neues Zuhause gefunden. Unter den Turmuhren findet sich etwa die barocke Konventuhr aus dem Jahre 1750, angefertigt von einem Füssener Klosterbruder. Oder eine astronomische Uhr, ein Nachbau. Ihre vier Zeiger geben unter anderem den Lauf der Sonne und des Mondes sowie ihre Stellung im Tierkreis an. Wer alle Exponate sehen möchte, kommt um die Turmbesteigung nicht herum. Nichts für schwache Nerven, das sei vorweggenommen. Ein extrem schmaler und niedriger, gemauerter Gang führt zur ersten Etage. Es folgen Holzstiegen, die mit zunehmender Höhe immer steiler werden. Kaum noch ein Fuß findet auf ihnen Platz. Aber es lohnt sich, denn im Turm schlummert eine Geschichte, die Reporterin Isabelle Reinhardt so schnell nicht mehr loslassen wird. Ein Mann montiert 1792 eine Uhr ab – während der Turm brennt. Das lässt erahnen, wie wertvoll die Museumsstücke damals waren und heute noch sind.

Öffnungszeiten: mittwochs und am letzten Sonntag im Monat, 14-17 Uhr, mit Führung
Gruppenführungen: nach Vereinbarung
Parken: ehemalige Silvesterkapelle, Hungerbachgasse 9, oder in der Georgenstraße

Fotos: Isabelle Reinhardt

Zeitreise in eine Traumwelt

Ein mulmiges Gefühl schleicht sich ein. Wer die schwere Holztür des großen Schuppens nur einen Spaltbreit aufschiebt und einen Blick ins Innere wagt, starrt in einen dunklen Raum voll mysteriöser Schatten. Erleichterung bringt der Schritt über die Schwelle. Mit einem leisen Klicken gehen die Lichter an, träumerische Musik setzt ein, Wasser plätschert. Das Kutschenmuseum in Hinterstein erwacht zum Leben. Schmale Wege führen zwischen all den Sammlerstücken hindurch. Der Raum ist voll. Ein ausgestopfter Bär fletscht schreckenerregend die Zähne, als wache er über die altertümlichen Kutschen. Am meisten verzaubert Reporterin Isabelle Reinhardt der Schuppen mit dem Namen „Dr. Schiwago“. Dort steht ein etwa hundert Jahre alter Schlitten aus der Region Kempten. Herrisch thront darauf ein Puppenpaar, das russischen Zaren anmutet. Im angrenzenden Raum wartet ein besonders prunkvoller, wenngleich düsterer Schatz: ein etwa 140 Jahre alter, riesiger Bestattungswagen aus Böhmen/Mähren mit rot leuchtenden Laternen und Blumenschmuck.

Öffnungszeiten: täglich, 8-20 Uhr / nach Umbau seit geraumer Zeit wiedereröffnet
Anfahrt: über Bad Hindelang, Ostrachstraße und Talstraße nach Hinterstein
Parken: im Rauhornweg, Parkplatz „Auf der Höh“

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

Mit Feingefühl und Karacho

Der Ball macht ein Looping, schanzt über Wellen oder rollt mit Karacho eine steile Rampe hinauf, um in einem Netz zu landen – im Idealfall. Manchmal schießt er auch über sein Ziel hinaus und landet auf der Wiese, wo er zwischen dem Laub verschwindet. Ein Blickfang auf der Minigolfanlage in Wasserburg ist derzeit eine hochgewachsene Birke mit weißem Stamm und orange-gelber Herbstfärbung. Zu ihrem Fuße sind die Bahnen abwechslungsreich, aber für Gelegenheitsspieler nicht zu anspruchsvoll gestaltet. Trotzdem zeigt die Abrechnung: Griaß-di‘-Allgäu-Reporterin Isabelle Reinhardt hat die Partie knapp verloren. Zum Trost macht sie es sich mit einem Stück Trüffel-Schoko-Torte auf der großen Terrasse vor dem Lokal „Hegestrand 3“ bequem und genießt den Blick auf das glitzernde Wasser des Bodensees.

Info: Vom 5. bis 20. November hat der „Hegestrand 3“ geschlossen, am 21. November ab 14 Uhr geöffnet, danach montags bis samstags ab 10 Uhr, sonn- und feiertags ab 9 Uhr
www.hegestrand3.de

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

 

Funkelnder Kristall

Ein wenig erinnert der Anhänger an den Diamanten „Herz des Ozeans“, den Rose im Film Titanic bei sich trägt, während das riesige Passagierschiff auf den Meeresgrund sinkt. Passend auch das dunkelblaue Tuch, das wie die Wellen des Ozeans um die Büste fließt. Doch das ausgestellte Schmuckstück ist ein Kristalltropfen einer Kaufbeurer Firma, hängend an einer kunstvollen Kette in Häkeltechnik, die aus 1500 Glasperlen besteht. Was die Erlebnisausstellung „Schmuck und mehr“ in Kaufbeuren-Neugablonz zeigt, ist allerdings mehr als glitzerndes Glas, funkelnde Kristalle, königliche Kronen und ein Hauch Weihnachten in Form goldener Sterne. Schon gewusst, wie viel Wasser beispielsweise in eine kleine Schneekugel passt? Eine Antwort liefert die Volumen-Station: 250 Milliliter. Außerdem versucht sich Reporterin Isabelle Reinhardt am Gravieren – und stellt fest, dass schon ein kleiner Kratzer eine Menge Kraft kostet. Apropos Kraft: Beim Versuch, einen Goldbarren mit nur einer Hand in die Höhe zu heben, ächzt sie – wer hätte geahnt, dass Gold so schwer ist? Weitere Stationen bleiben geheim, können aber noch bis einschließlich 5. Oktober erforscht werden.

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

Dem Rauschen entgegen

Kristallklar, grün, im Sonnenlicht glitzernd: Das Wasser des Ostertalbachs hat an den tiefen Stellen der Gumpen Ähnlichkeit mit einem Smaragd. Wie gemalt sieht es aus. Erreichen kann man den Gebirgsbach vom Ostertal-Parkplatz, wenn man links über die Brücke läuft und nach wenigen Metern wiederum links in den Ostertal-Tobelweg abbiegt. Ein schmaler Waldweg führt zwischen den Bäumen hindurch und über Stufen und Stege zu den Wasserfällen. Weiß rauscht das Wasser über die Nagelfluh-Felsen in die Tiefe und speist die Gumpen. Gegen Ende der kurzen Wanderung (circa 30 Minuten) fließt der Bach seicht dahin. Mit viel Geduld haben Menschen kunstvoll Steinmännchen ins Wasser gebaut. Als Rückweg empfiehlt Reporterin Isabelle Reinhardt, vom Tobelweg links auf der Teerstraße weiterzulaufen. Nach nur 20 Minuten erreicht man Buhl’s Alpe – ein Abstecher, der sich lohnt. Dort isst unsere Reporterin am liebsten „Älpler-Rösti“ mit käseüberbackenen Tomaten oder ein Stück vom hausgemachten Kuchen.

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

So weit die Füße tragen

Autsch! Die kleinen Kieselsteine sind besonders schmerzhaft, wenn man barfuß unterwegs ist. Auf einem unbeschuhten Rundgang über unterschiedliche Untergründe können sich Füße auf eineinhalb Kilometern im Kurpark Bad Wörishofen müde laufen. Nicht immer geht es dabei angenehm zur Sache, wenn sich spitze Steine an die vom Wasser nassen Fußsohlen kleben oder eine Tannennadel sich zwischen den Zehen verkeilt. Schnell wird klar: Im normalen Leben, mit Schuhen an den Füßen, merken wir gar nicht mehr, wo wir laufen. Und das ist schade. Unvergleichlich das Gefühl von taunassem, weichem Gras, von warmem, glattem Holz und von feinem, zu allen Seiten nachgebendem Sand. Selbst nasser Lehm und wadentiefer Schlamm fühlen sich erstaunlich angenehm an – die intuitive Abneigung, dort hindurchzumarschieren, beruht auch nur auf dem Wunsch, die Schuhe sauber zu halten. Und schon gewusst, dass Schweißfüße naturgemäß nicht stinken? Vielmehr sind Socken und Schuhe für den unangenehmen Geruch verantwortlich. Griaß-di‘-Allgäu-Reporterin Isabelle Reinhardt ist sich sicher, dass sie auf dem Barfußweg nicht zum letzten Mal gelaufen ist. Auch Füße wollen mal Abenteuerurlaub.

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

Ferrari auf hoher See

Es schaukelt, es gurgelt, es spritzt. Wenn man mit dem Tretboot auf dem Bodensee die Lindauer Insel umrundet, ist das Element Wasser zum Greifen nah. Im wahrsten Sinne des Wortes sogar, denn man braucht sich nicht einmal zu strecken, um mit Hand oder Fuß die Wassertemperatur zu prüfen. Wer besonders viel Glück hat, kann sein Tretboot-Abenteuer in einem roten Ferrari erleben. Nur schnell ist man damit nicht zwangsläufig. Schließlich zählt die Beinmuskulatur, kein Motor. Auf Augenhöhe mit Schwänen geht es vom Steg der Bootsvermietung Lindau durch den sogenannten Kleinen See, unter einer schmalen Unterführung hindurch und hinaus aufs offene Wasser. Dort kommt mitunter ein rasanter Wellengang auf, wenn eine Fähre vorbeizieht. Wem es an Bord des Ferraris zu heiß wird, der kann sich über die Metallleiter an der Rückseite Schritt für Schritt ins kalte Nass vortasten. Damit die Inselumrundung nicht in einem sportlichen Wettlauf mit der Zeit endet, empfiehlt Reporterin Isabelle Reinhardt, das Boot für zwei Stunden zu mieten.
Übrigens stellt die Einstiegsgeschichte unserer aktuellen Griaß-di‘-Allgäu-Ausgabe das Westallgäu mit dem Landkreis Lindau und dem Bodensee vor.

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

 

Garant des Friedens

Gänseblümchen recken vergebens ihre Köpfe hinauf zur obersten Spitze des uralten Gemäuers. Ehrfurcht gebietend ragt die Ruine Alt-Trauchburg dem Himmel entgegen. Man kann sie zu den ehemals mächtigsten Burgen im Allgäu zählen. Symbol kriegerischer Auseinandersetzungen ist die Ruine allerdings nicht. Auch keine Ritterburg. Vielmehr diente die mittelalterliche Burg dem Adel als Herrschaftssitz. Das Volk sah sie als Ausdruck der Macht und Friedensgarant.
Vom Wanderparkplatz am Kneipp-Tretbecken nahe Kleinweiler ist die Ruine Alt-Trauchburg in einem 30-minütigen Spaziergang durch den Wald zu erreichen. An der Burganlage angekommen, sucht Griaß-di‘-Allgäu-Reporterin Isabelle Reinhardt zuerst das stille Gebet an der St. Georgs-Kapelle, bevor die alte Ruine lockt. Auf der Burg beschildern Holztafeln die Räumlichkeiten. Die Dürnitz beispielsweise lädt mit Tisch und Bank zu einer Pause in mittelalterlicher Atmosphäre ein. Früher war sie ein Aufenthaltsraum für Händler und reisende Söldner.

Fotos: Isabelle Reinhardt

 

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