Ostlerhütte am Breitenberg

Es gibt einige Orte und Plätze, wo die Region noch besonders ursprünglich, natürlich und gesellig ist. Unser Autor hat sich auf die Suche danach gemacht und ist fündig geworden. Und siehe da: Selbst seine Tochter ließ sich für eine Skitour begeistern.

Ostlerhütte am Breitenberg„Gang hald amoal mit“: Die Freude war groß, als mich Christof Trenkle aus Pfronten zu einer Hüttenskitour einlud. Meine Sorge, nicht mithalten zu können, wischte er beiseite: „Mir ganged normales Tempo.“ Aber was ist schon normal für einen, der im Winter auf 50000 Höhenmeter kommt, der Skitouren nicht nur geht, sondern lebt? Mit Christof Trenkle, der mich in seinem Sportfachgeschäft seit Jahren mit neuestem Material und aktuellen Tourentipps versorgt und mit dem ich natürlich per Du bin, einmal unterwegs zu sein, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Unser Ziel: die Ostlerhütte am Breitenberg.

Ostlerhütte am Breitenberg

Allerdings: Nachdem ich vor geraumer Zeit wie bei einer Prozession zum Tegelberghaus aufgestiegen war, hielt sich meine Begeisterung für Skitouren nach Feierabend mit Einkehrschwung in Grenzen. Ich befürchtete bei der Ostlerhütte am Breitenberg einen ähnlichen Massenauftrieb. Aber Christof nahm mir die Angst: „Da gibt’s koa Skipischde, da ganged it viel Leit.“

Dass ein Hüttenskitourenabend ein Abenteuer werden könnte, hätte ich nie vermutet. In grellfarbenen Klamotten wie Rennläufer standen sie vor mir, Christof und dessen Freund Sven Friedl. Die Ski so leicht und schmal wie Langlauflatten. Jedes überflüssige Gramm bei der Ausrüstung ist für Christof Trenkle ein Ungemach. Schon beim Autofahren trugen sie die Skistiefel, um nach der Ankunft nur ja keine Zeit zu verlieren.

Dem Sonnenuntergang entgegen

So war ich also gleich vom Start weg der Bremser, musste mich bei 15 Grad unter Null am Parkplatz an der Grenze zwischen Pfronten und Grän, wo die Rodelstrecke vom Breitenberg endet, erst noch startklar machen. Es folgten 900 Höhenmeter und knapp fünf Kilometer Wegstrecke in völliger Dunkelheit. Mit meiner schwachen Stirnlampe, eine Funzel vom Discounter, wäre die Wegfindung ein Problem geworden. Christof und Sven trugen dagegen Rennhelme mit integrierten Beleuchtungselementen, die an Flutlichtanlagen erinnerten.
(Die gesamte Reportage können Sie in der Print-Ausgabe 2018/19 lesen.)

Text: Robert A. Schmid